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20180131 helferkreis asylMit eindringlichen Worten beschrieben ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des „Helferkreis Asyl Wertingen“ ihre Erlebnisse der vergangenen Monate. Bürgermeister Willy Lehmeier war ihr aufmerksamer Zuhörer.

Zum wiederholten Male setzt sich Lehmeier mit den Frauen und Männern zu einem Erfahrungsaustausch zusammen. Der Bürgermeister möchte damit anerkennen, was die Ehrenamtlichen für die Gesellschaft leisten. Laut Lehmeier sei das Thema Flüchtlinge und Asylbewerber nach wie vor brisant, selbst wenn nicht mehr täglich in den Medien darüber berichtet wird.

Wolfgang Plarre ist in seiner Eigenschaft als Koordinator und Ansprechpartner des Helferkreises mit den vielen Hindernissen vertraut, mit denen sich die Männer und Frauen tagtäglich auseinander setzen müssen. „Derzeit bemühen sich etwa dreißig Personen aktiv um Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen“, sagte Plarre. Doch das reiche nicht aus. „Wir bräuchten mehr Freiwillige, die uns helfen.“

Er beschrieb die einzelnen Gruppen des Helferkreises, die in Sachen Freizeitgestaltung, Kinder- und Jugendhilfe, Deutschunterricht und Dienstleistungen, wie Behördengänge, aufgeteilt sind. „Gottseidank haben wir auch Flüchtlinge, die ihre Landsleute mit ihren Erfahrungen unterstützen“, so Plarre weiter.
Ein weiterer dringender Wunsch der Ehrenamtlichen sei, „dass die Politik, aber auch Ämter und Behörden mehr auf die Situationen der einzelnen Menschen eingehen sollten.“ Ein Helfer erlebte, dass ein Name handschriftlich übermittelt werden sollte, statt der maschinengeschriebenen Geburtsmitteilung, dass Dokumente verlangt werden, die Flüchtlinge, zum Beispiel aus Afghanistan, unmöglich beibringen können. Realitätsferne werfen sie Politik und Verwaltung vor. Unter anderem auch deshalb sind Ehrenamtliche oft frustriert. Man erlebe, dass junge Menschen – auf besten Weg in die Berufsausbildung – von Abschiebung bedroht sind, dass einem Integrationswilligen mit Arbeitsplatz die Arbeitserlaubnis wieder entzogen wird. „Was den Staat in etwa so viel kostet, wie ich an Steuern zahle“, so Plarre. „Wo bleibt denn hier die Erkenntnis des Fachkräftemangels“ fragt sich da so mancher Helfer. Ein weiteres großes Manko sei bezahlbarer Wohnraum, berichtete Plarre unisono mit den Frauen und Männern des Helferkreises. Er brachte all‘ diese Erfahrungen mit einem Satz auf den Punkt „Sehr oft wird uns der Unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit bewusst.“

Lehmeier forderte während des Treffens ebenfalls mehr Flexibilität in den Ämtern, machte aber auch darauf aufmerksam, „dass laut unserer Gesetze die Mitarbeiter der Behörden nach gültiger Rechtsprechung arbeiten.“ Er schlug vor, dass die Helfer sich an die hier ansässigen Vertreter der Bundespolitik mit ihren Forderungen wenden sollten. „Wir vor Ort, im Rathaus und im Ordnungsamt, wollen versuchen, Sie mit ‚kurzen Wegen‘ zu unterstützen“, so die Zusage des Stadtoberhaupts an die Ehrenamtlichen. Plarre bestätigte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Wertingen in der Vergangenheit und betonte „Auch der Landkreis Dillingen versucht die Gesetze menschlich auszulegen und wir erfahren auch Unterstützung.“

Bei allem Engagement, welches die Frauen und Männer einbringen, ermahnte Lehmeier „Wenn Sie merken, dass Ihnen das zu viel wird, dann ziehen Sie sich guten Gewissens zurück, niemandem ist gedient, wenn Sie ganz ausfallen.“

Wer sich ehrenamtlich im „Helferkreis Asyl Wertingen“ einbringen möchte, wende sich an Wolfgang Plarre, Tel. 0827298974 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.